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Politisches Kabarett nach Versmaß :

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Michael Feindler (c) Werra-Rundschau

Völkershausen. Wer sich auf einen gemütlichen Abend mit leicht zu verdauendem Programm eingestellt hat, wurde überrascht:

Mit dem Kabarettisten Michael Feindler hat der SPD-Ortsverein Wanfried einen Künstler für seine Jahresauftaktveranstaltung am vergangenen Sonntag engagiert, der seinem Publikum einiges abverlangt. Denn Feindler hat mit seinem Bühnenprogramm Artgerechte Spaltung im Dorfgemeinschaftshaus Völkershausen gleichermaßen für herzhafte Lacher und betretenes Schweigen gesorgt.

 

Die Veranstaltung

Als vor fünf Jahren die Teilnehmerzahlen der Jahresauftaktveranstaltung stark rückläufig waren, einigte sich der Vorstand der SPD Wanfried auf eine Neugestaltung des traditionellen Abends. „Die Veranstaltung haben wir gezielt für die Öffentlichkeit ausgelegt, um mehr Menschen anzusprechen. Wir wollten uns als Ortsverein öffnen, gleichzeitig jedoch den politischen Bezug nicht verlieren. Das politische Kabarett ist ein geeigneter Mittelweg“, erklärte der Vereinsvorsitzende, Frank Susebach. Kennern des Genres sind die Künstler der Vorjahre durchaus geläufig. Neben dem Duo Edgar und Irmi aus der fränkischen Rhön, waren auch Erik Lehmann und Thilo Seibel bereits zu Gast. 

 

Der Künstler

Um 19 Uhr begrüßte Susebach die zirka 60 Gäste, zu denen auch der SPD-Landtagsabgeordnete Lothar Quanz gehörte. Im Anschluss betrat der diesjährige Künstler, Michael Feindler, die Bühne. Der gebürtige Münsteraner kann durchaus als Lyriker des politischen Kabaretts bezeichnet werden, spickt er seine Bühnenprogramme doch mit ausdrucksstarken Gedichten. Seine Texte kritisieren und prangern an, vor allem gesellschaftliche und politische Missstände. Dabei machte Feindler es sich und seinem Publikum nicht einfach. Anstatt sich bloß an den Polit-Größen abzuarbeiten, hielt der studierte Politikwissenschaftler dem Publikum und somit der Gesellschaft den Spiegel vor. Denn viele der kritisierten Missstände resultieren seiner Ansicht nach auch daraus, dass sich bei dem Versuch der Selbstfindung die Menschen in sich verlieren und das Gespür für das Gesamtbild verlieren. Die oftmals menschheitskritischen Themen lockerte Feindler zwischendurch mit selbstgeschrieben Liedern, die er mit der Gitarre begleitete, auf. Auch das Konzept Liebe und die Institution Ehe waren Inhalte seines Programms. So verriet er das Rezept für eine niedrigere Scheidungsrate: Wenn man ehrlich zueinander ist, werden überhaupt erst viel weniger Ehen geschlossen.

Nach gut zwei Stunden endete das Programm von Michael Feindler. Er entließ die Besucher der Jahresauftaktveranstaltung gut unterhalten aber auch mit einigen neuen Blickwinkeln nach Hause. So hat der Abend die Gäste gut auf das neue Jahr eingestimmt und gleichzeitig für die gesellschaftliche Spaltung sensibilisiert. ((c) werra-Rundschau / nsc)

 
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